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projekte:achtunglawine:intro

Achtung Lawine!

In der Studie Achtung Lawinen wird eine Umsetzung des Lawinen-Lehrschemas des DAV hinsichtlich seiner räumlichen Komponenten durchgeführt. Auf der Grundlage digitaler Geländedaten werden insbesondere die probabilistischen Methoden der DAV SnowCard und der Grafischen Reduktionsmethode systematisch auf ihre Anwendbarkeit und Ähnlichkeit überprüft. Darüber hinaus werden alle weiteren identifizierbaren raumwirksamen Parameter wie Geländestrukturen, Schatt-/Sonnhänge sowie potenzielle Einwehungen analysiert.

Die komplette Umsetzung erfolgt als WebGIS in einer operationellen Kette inklusive Kartengenerierung.

Die räumliche Implementierung der SnowCard und GRM Regelwerke hat gezeigt, dass ein erheblicher Unterschied in der geländewirksamen Klassifikation der Risikostufen besteht. Dies kann getrost ignoriert werden solange die Methoden als grobe Schätzhilfen für Anfänger im grobplanerischen Einsatz sind. Sobald jedoch tatsächlich kritische Situationen eingeschätzt werden sollen, erzeugen die GRM und SnowCard signifikant abweichende Ergebnisse und Raummuster. Dem Anwender muss klar sein, dass der spezifische Einsatz einer Methode alleine, seine Risikoeinschätzung im Extremfall um 2 Risikostufen verschieben kann und somit sehr reflektiert erfolgen sollte. Dies wird sowohl durch den visuellen Eindruck als auch die Berechnung der Kappa- und Disagreement-Indizes bestätigt. Beide Ähnlichkeits-Berechnungen verdeutlichen die erheblichen Unterschiede und machen deutlich, dass der Einsatz dieser scheinbar klaren und (unter Anwendern) als quasi gleichwertig gehandelten Methoden zur Abschätzung der Risikosituation im Gelände, unbedingt kritisch hinterfragt werden sollte.

Zusätzlich zu dieser Problematik können die meisten Anwender die notwendigen Parameter Exposition und Hangneigung weder im Gelände noch aus den handelsüblichen Karten auch nur ausreichend gut einschätzen.

Die hier vorgestellte GIS-basierte Analyse ist den konventionellen kartenbasierten Planungsansätzen signifikant überlegen, kann jedoch die Schwächen der Heuristiken nicht ausgleichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Untersuchungsbedarf für ein besseres Verständnis der probabilistischen Schemata bzw. Heuristiken besteht. Insbesondere sind natürlich die Abweichungen vor allem im Bereich der erhöhten und hohen Risikozonen als kritisch zu bewerten, also in Situationen und Räumen, die besonders unfallträchtig sind. Die nun verfügbaren Informationen steigern das planerische Potenzial erheblich zeigen aber vor allem die Notwendigkeit auf, eine von Grund auf neu konzipierte Methode zur räumlichen Risikoeinschätzung zu entwickeln.
projekte/achtunglawine/intro.txt · Last modified: 2015/11/06 18:51 (external edit)